PMDS - Die extrem emotionale Form des PMS

- Autorin: Melanie Dell’Oro

TRIGGER-WARNUNG: Thematisierung von Suizidalität

Bauchkrämpfe, Rückenschmerzen, Heißhunger, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, geschwollene Brüste - die Symptome des PMS sind vielfältig und zum Teil richtig unangenehm. Aber wusstest du, dass es Menstruierende gibt, für die die Tage vor der Menstruation einem Ritt durch die Hölle gleich sind? Die nicht nur unter Schmerzen leiden, sondern entweder so depressiv sind, dass sie sich isolieren und unfähig für normales gesellschaftliches Leben sind oder - anderes Extrem - so aggressiv sind, dass körperliche Auseinandersetzungen in dieser Zeit Partnerschaft und Familie bedrohen? 

Welche Symptome hat die PMDS?

PMDS, Prämenstruelle Dysphorische Störung, heißt diese besonders schwere Form der PMS, bei welcher insbesondere die psychischen Anteile wie Gereiztheit, Depression, Aggressivität oder Impulsivität so stark sind, dass das Gefühlsleben dieser menstruierenden Personen für einige Tage völlig außer Gefecht gesetzt ist. So stark, dass die Person “nicht wiederzuerkennen” ist und es schwerwiegende Einschränkungen im normalen Leben gibt. Hierzu gehören beispielsweise Kontrollverluste wie Wutausbrüche, die das soziale Leben aber auch die Arbeitssituation berühren, bis hin zu tätlichen Angriffen auf Partner oder Kinder. Auch eine erhöhte Suizidalität wird in diesen Tagen bei den Betroffenen beobachtet.  Kaum setzt dann die Menstruation ein, ist alles wieder beim Alten - eine Achterbahn der Gefühle.

Was ist die Ursache von PMDS?

Etwa 5-8 % der Menstruierenden leiden unter dieser sehr starken Form des PMS, die klar von “gewöhnlicher” PMS, aber auch von psychischen Erkrankungen abgegrenzt werden muss. Wichtig ist es, die Störung von einer physischen Erkrankung abzugrenzen. Denn als Ursache für die PMDS wurde eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit gegen Sexualhormone erkannt. Besonders nach dem Eisprung kommt es in der 2. Zyklushälfte zu einem Ungleichgewicht der Geschlechtshormone - besonders die Kombination aus Progesteronproduktion und Abfall des Östrogens scheint eine Schlüsselrolle inne zu haben. Interessant ist hierbei, dass die Blutwerte der Hormone bei Betroffenen aber meistens im Normalbereich sind. 

PMDS-und-PMS-Unterschiede-Symptome-Ursachen

Kann PMDS therapiert werden?

PMDS sollte ärztlich therapiert werden, damit für die Betroffenen ein annähernd normales Leben während der Zeit vor der Menstruation möglich ist. Auch einer Selbst- oder Fremdgefährdung kann hierdurch entgegengewirkt werden. Hierfür werden nicht selten Kontrazeptiva mit hohem Östrogengehalt und/oder Antidepressiva, welche die Aufnahme von Serotonin verbessern, eingesetzt.

Gleichzeitig ist es möglich mit gezielten Maßnahmen der psychischen Komponente des einhergehenden PMS entgegenzuwirken. In der zweiten Zyklushälfte beeinflussen die Geschlechtshormone die Wirkung und Ausschüttung von u.a. Neurotransmittern, also hormonellen Substanzen, die für die Informationsübertragung im Gehirn zuständig sind. Besonders das “Glückshormon” Serotonin ist hiervon betroffen: nach dem Eisprung kommt es zu einer stetigen Abnahme, die Ausschüttung ist kurz vor der Menstruation am niedrigsten. 

Die Selbstwirksamkeit stärken 

Es gibt Heilkräuter, die sehr gut bei depressiven Verstimmungen helfen können und die Laune heben. Zu diesen zählt beispielsweise das Johanniskraut. Mönchspfeffer kann ganz allgemein zu einer Regulierung des Hormonhaushaltes während des Zyklus beitragen. Du findest Mönchspfeffer beispielsweise in unserem Produkt MOOD neben weiteren wertvollen Inhaltsstoffen, wie B-Vitaminen, Calcium oder Magnesium, die Einfluss auf den Hormonhaushalt und auf die Stimmung haben. Omega-3-Fettsäuren wirken sich positiv auf das Gehirn aus und können so stimmungsaufhellend wirken. Gleichzeitig sind gesunde ungesättigte Fettsäuren und generell pflanzliche Lebensmittel aber auch super für die Leber, Schilddrüse und die Nebennieren, die maßgeblich an einem gesunden Hormongleichgewicht beteiligt sind. PMDS wird auch mit übersteigerten Stress- und Entzündungsreaktionen im Körper in Verbindung gebracht -  eine frische pflanzliche Ernährung kann hier helfen.

Durch Sport oder ausreichend körperliche Bewegung kannst du die Bildung von Endorphinen, den körpereigenen Glückshormonen, anregen. Gerade durch Sport wird auch die Ausschüttung von Serotonin gefördert. 

Eine Routine im Umgang mit Stressmanagement, Entspannungsübungen und Achtsamkeit kann dabei helfen, mit den schwierigen Gefühlen umzugehen und so zu einer besseren Selbstwirksamkeit führen. 

Beginne doch vielleicht direkt mal mit einem Zyklustagebuch, das die die Zusammenhänge zwischen Emotionen, Zyklusabschnitt und Stresseinfluss sichtbar macht!

 

Quellen und weiterführende Informationen:
https://pmds-hilfe.de/wasistpmds/, abgerufen am 21.2.22
In Berlin: Sprechstunde Zentrum für Seelische Frauengesundheit Vivantes Klinikum Spandau https://www.vivantes.de/klinikum-spandau/fachbereiche/zentren/zentrum-fuer-seelische-frauengesundheit/medizinische-angebote/praemenstruelle-dysphorische-stoerung abgerufen am 21.2.22
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/praemenstruelles-syndrom-pms/ursachen/ abgerufen am 21.2.22
Wikman A. et al; Prevalence and correlates of current suicidal ideation in women with premenstrual dysphoric disorder; BMC Womens Health. 2022 Feb 11;22(1):35.
https://dgpfg.de/blog/https-dgpfg-de-wp-content-uploads-2019-05-gyne-2-19-pdf/, abgerufen am 21.2.22

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