Zyklusstörungen durch die Pille danach?

- Autorin: Melanie Dell’Oro

Die Stimmung ist aufgeheizt, die Lust ist groß, das Kondom ist eurer Leidenschaft nicht gewachsen oder etwa gerissen - so oder so ähnlich kann es im Eifer des Gefechtes durchaus auch mal zu einer sogenannten “Verhütungspanne” kommen. Seit 2015 kann man sich bei solch einem UPSI (engl. UnProtected Sexual Intercourse) rezeptfrei und ohne weitere Beratungspflicht in der Apotheke ein Präparat besorgen, das umgangssprachlich die “Pille danach” genannt wird. Das klingt schön unkompliziert. Aber wie funktioniert sie eigentlich, was sind die Nebenwirkungen der Pille danach und wie wirkt sie sich auf den weiblichen Zyklus aus?

Was ist diese “Pille danach”?

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In Deutschland handelt es sich bei der Pille danach um zwei unterschiedliche Präparate. Es gibt das Präparat Pidana, welches den Wirkstoff Levonorgestrel enthält und die Marke Ellaone mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat. Beide Wirkstoffe bewirken eine Verzögerung des Eisprungs, um die Zeitspanne zu überbrücken, in welcher die Spermien lebendig und bereit zum Befruchten einer Eizelle sind. Das sind etwa 3-5 Tage. Umso früher nach dem UPSI eingenommen, desto sicherer kann die Pille danach wirken. Die Krux: Keines der Präparate kann den Eisprung verhindern, wenn das Hormon LH bereits seinen Höhepunkt erreicht und damit den Eisprung eingeleitet hat. Und natürlich kann auch keines der Präparate einen bereits erfolgten Eisprung wieder rückgängig machen. Die Pille danach ist also keine Abtreibungspille und es kann trotz Einnahme zu einer Schwangerschaft kommen.

Welche Nebenwirkungen hat die Pille danach?

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Nicht nur aus diesem Grund sollte man nach einem UPSI Kontakt zu Frauenärztin oder Frauenarzt suchen. Denn verschiedene Faktoren wie das Körpergewicht oder die Einnahme anderer Medikamente können die Wirkung der Pille danach einschränken. Die Pille danach sollte also nicht etwa als potentielles Verhütungsmittel in Betracht gezogen werden. Dafür hat sie tatsächlich auch einfach zu viele Nebenwirkungen. Durch die Verzögerung des Eisprungs wird der gesamte Zyklus durcheinander geworfen. Die Menstruation kann wie erwartet einsetzen, aber auch früher oder später beginnen. U.U. fällt die Blutung dann stärker als gewohnt aus. Unmittelbar nach der Einnahme kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Wurde erbrochen, muss dann nach Rücksprache mit der Ärztin/dem Arzt direkt noch eine weitere Pille eingenommen werden. Hier ist es wichtig, dass dasselbe Präparat eingenommen wird, beide Varianten dürfen innerhalb desselben Zyklus nicht gemischt werden. Im nächsten Zyklus kann es zu Verschiebungen und einer verzögerten Follikelreifung kommen. Auch Symptome wie Unterleibsschmerzen oder Schmierblutungen können auftreten.

Ich musste die Pille danach nehmen - Was kann ich meinem Körper nun Gutes tun?

Pille-danach-Tipps-für-den-Zyklus

Liest man quer durch die Datenlage zu den beiden Wirkstoffen Levonorgestrel und Ulipristalacetat, stößt man auf Studien, die die Wirkstoffe bei unterschiedlichen Grunderkrankungen in Verbindung mit leberschädigenden Effekten bringen. Prinzipiell kann man sagen, dass die heutigen Präparate der Pille danach sehr niedrig dosiert sind und in der Regel ja auch äußerst selten eingenommen werden. Dennoch ist die Leber am Abbau der eingenommenen Substanzen beteiligt und so kann es nicht schaden, die Leber nach der Einnahme besonders gut zu unterstützen. Besonders gern hat die Leber eine vollwertige, pflanzliche Ernährung. Kreuzblütler wie Brokkoli, Rotkohl oder Rosenkohl stärken die Leber. Auch Lebensmittel, die Inulin enthalten (z.B. Topinambur, Artischocke oder Chicoree) unterstützen die Leberfunktion. Es gibt natürlich auch verschiedene Faktoren, die du meiden solltest, um die Leber nicht zusätzlich zu belasten. An erster Stelle steht hier Alkohol, aber auch verschiedene Ernährungsmuster. Alles zur Leber kannst du hier nachlesen. 

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Die Pille danach - Nice to have?

Es ist gut zu wissen, dass sie da ist. Wenn wir sie mal dringend brauchen sollten. Es gibt ja leider auch Situationen des ungeschützten Geschlechtsverkehrs, die nicht einvernehmlich sind. In solchen Situationen ist es ein Segen zu wissen, dass es unkomplizierte Möglichkeiten gibt. Als generelles Verhütungsmittel eignet sich die Pille danach aber aufgrund ihres Wirkmechanismus und der Nebenwirkungen nicht. Und last but not least: die Pille danach schützt weder vor einer HIV-Infektion noch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. 

 

Quellen:
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/die-pille-danach-notfallverhuetung/, abgerufen am 22.10.21
https://www.pille-danach.de/alles-zur-pille-danach/, abgerufen am 24.10.21
https://www.cecinfo.org/what-is-ec/general-information/, abgerufen am 24.10.21

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